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Das Burnout-Syndrom: Ursachen, Anzeichen und Wege zur Bewältigung

Urheber: thodonal

Was ist Burnout?

Fühlst du dich jeden Morgen beim Aufwachen wie gerädert und würdest am liebsten im Bett liegenbleiben? Stehst du unter konstantem Druck und beginnst an dem Sinn deiner Arbeit zu zweifeln? Während sich Hoffnungs- und Antriebslosigkeit immer mehr in deinem Leben breitmachen stellst du dir die Frage: „Habe ich Burnout?“

Burnout ist ein Zustand emotionaler, mentaler und körperlicher Erschöpfung infolge von extremem, anhaltendem Stress. Ein Burnout passiert nicht von heute auf morgen. Es ist ein schleichender Prozess, der sich oft über einen längeren Zeitraum verstärken kann sodass es schwierig sein kann zur rechten Zeit zu handeln.

Dennoch geben uns unsere Körper und geistigen Zustände Warnsignale. Wie du ein Burnout erkennst und was du tun kannst bei den ersten Anzeichen, findest du in diesem Artikel.

Was sind die Ursachen eines Burnouts?

Burnout ist zur Volkskrankheit geworden, verursacht durch eine Gesellschaft die sich über Leistung definiert, immer länger werdende Arbeitstage und immer stärkere Stimuli durch Internet und soziale Medien, die es Körper und Geist zusätzlich erschweren abzuschalten.

Die ständige Belastung führt dabei zu einer Art anhaltender Kampf-oder Flucht Reaktion.

Der Körper produziert Chemikalien und stuft den aktuellen Zustand als ein gefährliches Ereignis ein, dass durch eine schnelle Reaktion bald vorüber sein wird. Wir befinden uns jedoch oft Wochen, Monate oder Jahre in diesem erhöhten Erregungszustand. Unsere Zellen „verbrennen“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Diese ständige Ausschüttung, die zu einem chemischen Ungleichgewicht führt, beeinflusst nicht nur unseren Körper. Es beeinflusst unsere Emotionen, unser Denken, unser gesamtes geistiges Erleben

Die Ursachen eines Burnouts können in deiner Arbeit, deinem Lifestyle, deiner Persönlichkeit oder in einer Kombination aus allen drei Faktoren liegen.

1.Arbeit:

  • Du hast keine oder nur wenig Kontrolle über deine Arbeitsbedingungen.
  • Deine Bemühungen werden nicht genug gewürdigt und du bekommst zu wenig Anerkennung.
  • Du arbeitest in einem chaotischen Umfeld, dass dich durch ständigen Druck überfordert.
  • Deine Arbeit ist monoton und dir fehlt die Herausforderung.

2.Lifestyle

  • Du arbeitest zu viel, gibst dir selbst nicht genug Zeit zum entspannen oder zu sozialen Aktivitäten
  • Dir fehlen enge, vertraute Beziehungen.
  • Du übernimmst zu viel Verantwortung und bekommst zu wenig Hilfe von anderen.
  • Du hast ein Schlafdefizit.

3.Persönlichkeit

  • Du neigst zu extremem Perfektionismus, nie ist etwas gut genug.
  • Du hast eine pessimistische Selbst- und Weltanschauung.
  • Du bist der Meinung immer alles kontrollieren zu müssen und gibst ungern Verantwortung ab.
  • Du bist ein Leistungsmensch und das Erreichen von Zielen hat für dich oberste Priorität.

Wie äußert sich Burnout (Bei Mann und Frau)?

Unglücklicherweise gibt es weder eine klare Definition von Burnout, noch explizite, gut untersuchte Methoden mit denen Burnout diagnostiziert werden kann. Aufgrund der unklaren Definition kann es schwer sein ein Burnout zu erkennen, von Selbsttests im Internet sollte grundsätzlich Abstand gehalten werden da nicht klar ist ob sie „Burnout“ messen oder eine andere Krankheit.

Die Symptome, die angeblich ein Ergebnis von Burnout sind können in der Regel auch andere Ursachen haben, einschließlich psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Müdigkeitssyndromen. Auch körperliche Erkrankungen oder bestimmte Medikamente können Symptome wie Erschöpfung und Müdigkeit verursachen. Der wohl häufigste Test zur Feststellung eines Burnout-Syndroms ist der “Maslach Burnout Inventory” (MBI), der für verschiedene Berufsgruppen zur Verfügung steht.

Im folgenden findest du eine Auflistung der Anzeichen von Burnout. Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist, dass sich bei Frauen eher körperliche Symptome äußern, bei Männern eher psychische. Beides umgekehrt ist jedoch nicht ausgeschlossen. Lies die Liste aufmerksam durch und falls du dich in vielen dieser Punkte wiedererkennst solltest du umgehend handeln!

  • Schlaflosigkeit und chronische Müdigkeit:

Hast du Probleme einzuschlafen obwohl du den ganzen Tag vor Müdigkeit wie gelähmt bist? Burnout läuft in mehreren Phasen ab .Am Anfang kann sich Burnout durch gelegentliche Schlafprobleme bemerkbar machen, mit fortschreitender Dauer kann die Schlaflosigkeit zu einer anhaltenden, nächtlichen Tortur werden.

  • Vergesslichkeit:

Konzentrationsprobleme, die Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne sowie leichte Vergesslichkeit sind frühe Anzeichen von Burnout. Es kann bis zu einem Punkt kommen, an dem du unfähig bist deine Arbeit länger auszuführen.

  • Geschwächtes Immunsystem und Anfälligkeit für Krankheiten:

Da dein Körper unter konstanter Belastung steht hat dein Immunsystem keine Ressourcen um sich zu regenerieren, sodass du anfälliger für Infektionen bist und häufiger krank wirst.

  • Appetitverlust:

Es beginnt mit leichtem Appetitverlust und dem Auslassen von ein paar Mahlzeiten, später kann ein Burnout zu komplettem, anhaltenden Appetitverlust und infolgedessen zu einem massiven Gewichtsverlust führen.

  • Angst:

Sorgen, Ängste und Zweifel gehören zum Leben und zum Arbeitsalltag dazu. Mit fortschreitender Dauer kann die Angst jedoch so ernst werden dass die Gefühle der Angst sich immer mehr auf dein Privatleben und persönliches Umfeld ausdehnen.

  • Depression:

In den frühen Stadien eines Burnouts sind leichte Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit an der Tagesordnung. Wenn jedoch Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit dazukommen kann eine ausgewachsene Depression im Anmarsch sein. In diesem Fall solltest du dir schnellstmöglich professionelle Hilfe suchen!

  • Zorn:

Du wirst leichter reizbar, dies kann sich weiter steigern zu wütenden Ausbrüchen und ernsthaften Streits am Arbeitsplatz und zuhause. Du beginnst dich zunehmend zynisch über deine Arbeit und deine Kollegen zu äußern.

  • Pessimismus:

Du führst Selbstgespräche in denen du dich selbst heruntermachst und dir deine Minderwertigkeit und fehlenden Fähigkeiten vor Augen führst. Du bekommst langsam das Gefühl dich auf Niemanden mehr verlassen zu können und die Vertrauten und sicheren Bindungen die du hast nur eine Illusion sind. Du hälst deine Lage für unveränderbar.

  • Isolation und Entfremdung:

Nichts ist schlimmer als das zunehmende Gefühl sich von sich selbst und seiner Umwelt zu entfremden und die Einsamkeit die damit einhergeht. Das kann sich äußern durch regelmäßiges Zuspätkommen, Krankmelden und dem Rückzug in die eigenen vier Wände.

Burnout oder Depression, was sind die Unterschiede?

Im Unterschied zum Burnout-Syndrom handelt es sich bei Depression um eine Krankheit, die gut untersucht und klar diagnostizierbar ist. Alle Definitionen von Burnout teilen sich jedoch die Ansicht, dass die Symptome in erster Linie durch arbeitsbezogenen Stress verursacht werden. Burnout geht nicht automatisch mit Depressionen einher, kann jedoch das Risiko erhöhen an einer Depression zu erkranken.

Was tun bei Burnout?

Die gute Nachricht vorweg: Du bist nicht der einzige, der sich so fühlt und mittlerweile gibt es viele Wege, die aus dem Burnout helfen und dich wieder zu einem ausgeglichenen, erfüllten und leistungsfähigen Menschen machen.

Du magst deine Lage als hoffnungslos empfinden, doch in Wirklichkeit hast du viel mehr Kontrolle über dein Leben als dein Gefühl dir vortäuscht. Sichere Bindungen und eine positive Weltanschauung sind die besten Mittel zur Prävention und Behandlung eines Burnouts. Die folgenden Schritte können dir helfen mit deinem Burnout zurechtzukommen.

  • Verstärke deine positiven Beziehungen

Investiere in deine engsten Kontakte wie dein Partner, deine Kinder und Freunde. Versuche die Zeit mit deinen Liebsten so angenehm und erholend wie möglich zu gestalten. Mit einem guten Zuhörer zu reden, der dich weder verurteilt noch bewertet, ist einer der schnellsten Wege dein Nervensystem wieder in regelmäßige Bahnen zu lenken. Es geht dabei nicht darum sich Rat einzuholen oder deine Probleme zu lösen sondern nur darum dich zu beruhigen. Ein verständnisvolles Gespräch und eine mitfühlende Geste können wahre Wunder wirken.

Sich zu öffnen stellt dabei keine Belastung für andere da, im Gegenteil. Die meisten werden sich geschmeichelt fühlen, dass du ihnen vertraust und es wird eure Bindung noch mehr festigen.

Versuche auch sozialer mit deinen Kollegen umzugehen. Der Arbeitsplatz ist ein toller Ort um Freundschaften zu schließen und Studien haben gezeigt, dass die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu einem großen Teil von der Qualität der sozialen Kontakte abhängt.

  • Versuche deiner Arbeit etwas Positives abzugewinnen

Eben in den profansten Jobs kannst du die positiven Dinge sehen. Wenn du in einer Fabrik arbeitest, versuche dir vorzustellen wie die Dinge die du herstellst andere möglicherweise in ihrem Leben bereichern, und den Mehrwert den du damit schaffst. Führ dir vor Augen was du an deiner Arbeit magst – sei es der tägliche Plausch mit deinen Kollegen oder der gute Kaffee den es in der Kantine gibt. Deine Gedanken zu lenken hilft dir den Sinn und die Kontrolle über dein Leben zurückzuerlangen.

  • Nimm eine Auszeit

Wenn ein Burnout dir unvermeidlich erscheint, versuch eine Komplette Auszeit von deiner Arbeit zu nehmen. Fahr in Urlaub, verbrauch deine Ferientage , tu alles um Abstand von der Situation zu gewinnen. Wenn du das Gefühl hast zu viel gefordert zu werden, lerne ein einfaches doch effektives Wort: „Nein“. Wenn du das schwierig findest, erinnere dich daran, dass zu einer Sache Nein zu sagen bedeutet, zu einer anderen Sache die du wirklich willst Ja zu sagen.

  • Neue Prioritäten setzen

Burnout ist ein sicheres Zeichen dass etwas Wichtiges in deinem Leben fehlt. Nimm dir etwas Zeit und überdenke deine Hoffnungen, Ziele und Träume im Leben. Vernachlässigst oder unterdrückst du einen Bereich von dem du instinktiv weißt dass er für dich persönlich wichtig ist? Burnout kann auch eine Chance sein um sich seiner eigenen Werte und Ziele bewusst zu werden.

  • Gesunder Lebensstil

Eine gesunde Ernährung gepaart mit regelmäßigem Sport, optimalerweise an der frischen Luft, sind exzellente Mittel um dich vor Burnout zu schützen. Achte darauf nur wenig Zucker und Fett zu dir zu nehmen, insbesondere Fisch und vitaminhaltige Früchte sind gut zur Stärkung deiner Immunabwehr. Bewegung schüttet außerdem Glückshormone aus, die deinem Leben neuen Auftrieb geben und als erster Impuls zur Veränderung dienen können. Selbst ein 10-minütiger Spaziergang in der Natur kann dazu beitragen deine Laune für den ganzen Nachmittag zu verbessern.

  • Professionelle Hilfe

Eine psychotherapeutische Gesprächstherapie kann dir helfen deinen Problemen auf den Grund zu gehen, an deinen Verhaltens- und Denkstrategien zu arbeiten und dich in Zukunft vor Überforderung und lang anhaltendem Druck zu schützen.


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